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Nachdem ich Bendel verlassen hatte, lief ich auf der Landstraße und ich hielt eine Kutsche an, die vorbei ging.

„Ich möchte so weit entfernt von hier wie möglich fahren,“ erzählte ich dem Fahrer. Ich ließ das Gold in meiner Tasche klingeln. „Ich habe wirklich zu vieles verfügbares Geld.“

Glücklicherweise versteckte der Mond sich diese Nacht hinter den Wolken, also musste ich nicht mich kümmern um die Möglichkeit, dass der Fahrer meine Schattenlosigkeit bemerken und davor Angst haben würde.

„Allerdings, mein Herr!“ erwiderte er begierig.

Ich habe vor, einen ganzen neuen Ort zu finden. Vielleicht wenn ich genügend weit fuhr, würde ich der Leute begegnen, die mich akzeptieren würden. Während der Fahrt, schlief ich ein und ich wachte erst wieder auf, als wir eine Bodenwelle schlugen. Ich guckte aus dem Fenster und sah mich in der Ferne das Licht von einer kleinen pittoresken Stadt.

Als wir an kamen, bezahlte ich dem Fahrer und ging weg, um die Stadt zu sondieren. Ich begegnete in der Straßenecke einer Kneipe und ging hinein. Es gab schon zahlreiche betrunkene Leute, die rüpelhaft sangen und tanzten. Ich setzte mich in einer schattenhaften Ecke, wo niemand weder mich noch meine Schattenlosigkeit sehen würde.

Trotz der spannenden Atmosphäre drinnen, fühlte ich mich beide erschöpft und deprimiert. Ich hatte diese Nacht meinen besten Freund verloren und mein Leben wurde nochmal, wegen meiner Schattenlosigkeit, auf den Kopf gestellt.

Plötzlich stellte eine gefahrdrohende Stimme sich von der Dunkelheit ein, die die Gegenseite des Tisches bedeckte. „Hallo, mein Herr. Also sehen wir uns wieder.“

„Ich erkenne diese Person...“ dachte ich. Ich schaute auf. Der graue Mann tauchte aus den Schatten auf.

„Sie! Warum sind Sie hier?“ keuchte ich ungläubig. „Kann ich wirklich nie darauf hoffen, von Sie befreit zu sein?“

„Keine Sorge,“ sagte er. „Sie müssen nicht Angst haben. Sie werden erlöst.“

„Was meinen Sie?“ fragte ich. „Ich habe keine Lust darauf, irgendetwas zu unterschreiben oder zu eintauschen. Ich dachte, dass das sehr klar war.“

„Machen sich keine Sorgen. Ich bin hier gekommen, um Sie zu retten.“ Er lachte. „Eigentlich, habe ich für die ganze Zeit Sie betrachtet. Ich habe gesehen, wie Ihre Freundschaft mit Bendel entwickelt hat. Ich habe gesehen, wie Ihre Erfahrung, als der Mann mit keinem Schatten, Ihnen geholfen hat, eine bessere Person zu werden. Das ist Sie zugute gekommen.“

„Was sagen Sie? Meine Erfahrung mit Sie—das hat mein Leben zerstört!“

„Sie haben Unrecht,“ sagte der graue Mann mit einem Kopfschütteln. „Merken Sie nicht, dass Ihr Leidensweg Ihnen erlaubt hat, klüger zu werden? Durch Ihren Kampf, konnten Sie bei Bendel einen echten Freund finden. Sie haben gelernt, was der Unterschied zwischen einem wahren Freund und einem falschen Freund ist, das heißt, die Leute, die Sie verbannt und verlassen haben, als Sie „seltsam“ geworden waren. Sie haben deshalb die echte Bedeutung von der Freundschaft, von der Treue, und von dem Liebe gelernt—besonders durch Ihre Zeit mit Bendel. Und Sie haben auch gelernt, sein Liebe zu erwidern: Sie haben ihn entlassen, weil Sie sich für ihn zu viel interessieren. Eigentlich war das die endgültige Prüfung, um festzustellen, ob Sie wirklich eine bessere Person geworden waren.“

Der graue Mann setzte aus. Ich dachte nach darüber, und ich erkennte plötzlich, dass er Recht hatte. Ich erinnerte mich daran, als ich zum ersten Mal der graue Mann getroffen hatte. Ich dachte daran, wie ich nur mich mit dem Geld beschäftigte, was hat erstens mir mein Unglück gebracht.

„Außerdem,“ ging er weiter, „Sie haben gelernt, dass Geld nicht alles ist. Sie müssen nicht gierig wiedersein. Das Glück ist für Geld nicht zu haben. Nun verstehen Sie?“

“Ja,” erwiderte ich. “Ich denke, dass ich endlich verstehe.“

„Gut,“ schmunzelte der graue Mann. „Dann jetzt können Sie Ihren Schatten wiederhaben. Sei frei!“


Der graue Mann lachte zum letzten Mal, und er verschwand mit den Fingern schnippen. Ich schaute mich um, aber es mir schien, dass niemand in der Kneipe der graue Mann bemerkt hat. Ich stand auf, um wegzugehen. Draußen begann die Sonne, aufzugehen. Das war ein neuer Tag. Ich sah an dem Boden herab und wurde durch die Sicht meines Schattens begrüßt. Ich lächelte vor Freude.

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